Wie Sie als Arbeitnehmer den Fiskus an Ihren Bankgebühren beteiligen

Wie Sie als Arbeitnehmer den Fiskus an Ihren Bankgebühren beteiligen

In den letzten Wochen wurde bekannt, dass die Postbank – wie viele Geldinstitute vor ihr – in Kürze Gebühren für die Kontoführung verlangen könnte. Keine guten Nachrichten für Arbeitnehmer, wieder einmal wird eine ehemals kostenfreie Leistung kostenpflichtig. Umso wichtiger ist zu wissen, wie man als Arbeitnehmer das Finanzamt an Kosten und Gebühren beteiligt. Das ist einfacher, als die meisten Arbeitnehmer denken.

 

Nur wer eine Steuererklärung abgibt, kann von Steuerrückzahlungen profitieren

Voraussetzung für mögliche Steuererstattungen ist die Einreichung einer Steuererklärung. Die Lohnsteuer ist eine Quellensteuer, zu ihrer Abführung ist der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer verpflichtet. Einige Arbeitnehmergruppen sind trotz der Abführung der Lohnsteuer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Das ist etwa der Fall, wenn ein Arbeitnehmer weitere Einkünfte generiert oder bei Ehepaaren bestimmte Steuerklassenkombinationen vorliegen. Für alle anderen Arbeitnehmer lohnt es sich regelmäßig ebenfalls eine Steuererklärung abzugeben, um steuerliche Abzugsbeträge geltend zu machen und so eine Steuererstattung zu erlangen.

 

Berücksichtigungsfähige Werbungskosten für Arbeitnehmer

Als Werbungskosten werden Kosten bezeichnet, die mit der beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers zusammenhängen. Dazu gehören zum Beispiel Arbeitsmittel (Schreibtischstuhl, Fachliteratur), Fahrtkosten, Berufskleidung, Kosten für berufliche Nutzung von Telefon und Internet (bereits ohne Nachweis mit 20% monatlich) sowie die genannten Bankgebühren mit 16 Euro jährlich. Auch die Kosten für eine berufliche Fort- oder Weiterbildung können unter bestimmten Bedingungen steuerlich berücksichtigt werden. Der Fiskus gewährt im Bereich Werbungskosten eine Pauschale von 1000 Euro jährlich. Wenn die individuell kumulierten Werbungskosten darüber hinausgehen, kann mehr von der Steuer abgesetzt werden. Schon wer mehr als 16 km Fahrweg zur Arbeit hat, den er mit dem PKW zurücklegt, überschreitet die Pauschale bei 220 Tagen zugrunde gelegten Arbeitstagen. Es lohnt sich daher im Bereich Werbungskosten für jeden Arbeitnehmer mit dem spitzen Bleistift zu rechnen und alle entstandenen Kosten genau zu erfassen. Denken Sie auch an Beiträge für Berufsverbände und an ihr beruflich genutztes Arbeitszimmer, das unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls steuerlich absetzbar ist. Auch Umzugskosten, Kosten für eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung, Studienreisen, bestimmte Unfallkosten, Bewerbungskosten und die Kosten für beruflich veranlasste Versicherungen sind hier berücksichtigungsfähig.

 

Weitere interessante absetzbare Kosten und Posten

Wenn Sie als Arbeitnehmer schon länger mit dem Gedanken gespielt haben, sich aus Zeitgründen im Haushalt von einer Putzfrau unterstützen zu lassen, tun Sie es. Auch an diesen Kosten können Sie den Fiskus im Rahmen der haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen unter bestimmten Voraussetzungen beteiligen ebenso wie an Renovierungskosten oder Gartenhilfen. Auch als Mieter spielen in diesem Bereich bestimmte Nebenkosten eine Rolle, die Ihnen Ihr Vermieter in der Nebenkostenabrechnung bescheinigt. Im Bereich der Sonderausgaben kommen weiteren Posten zur Absetzung in Frage, die wichtigsten sind:

 

  • Kirchensteuer
  • Renten, dauernde Lasten
  • Spenden
  • Kinderbetreuungskosten
  • Unterhaltsleistungen.

Nicht alle Kosten sind in voller Höhe abziehbar. Da die Sonderausgabenpauschale für die oben genannten Kostenpunkte nur 36 Euro beträgt, wird sie regelmäßig überschritten. Sammeln Sie also entsprechende Nachweise.

 

Spezielle Sonderausgaben sind die Vorsorgeaufwendungen, zu denen unter anderen Aufwendungen für Versicherungen und die private Altersvorsorge. Auch außergewöhnliche Belastungen – das sind private Kosten, die unter bestimmten Umständen abzugsfähig sind – können die Steuerforderung mindern. Dazu zählen unter anderem bestimmte Krankheitskosten.

 

Für die meisten Arbeitnehmer lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung. Vielfach ergibt sich eine Steuererstattung. So klappt es dann auch mit den Kontogebühren der Postbank. Verzichten Sie also nicht auf Ihr Geld.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *