Postbank-Kunden müssen sich auf Kontogebühren einstellen

"Des einen Freud ist des anderen Leid"

“Des einen Freud ist des anderen Leid”

Jeder von uns hat diese Redewendung schon einmal mit schelmischem Blick zum Besten gegeben. Ob in der geschäftlichen Partnerschaft, in der Liebe oder beim Spiel. Immer gibt es zwei Sichtweisen und zwei Gefühlswelten. Der Beispiele gibt es viele. Ein Beispiel, welches sich gerade für einen “Partner” schmerzlich in Richtung “Leid” wendet, ist die geschäftliche Beziehung zwischen den Geldinstituten und ihren Kunden.

In Zeiten von niedrigsten Niedrigzinsen lacht nur der Kreditnehmer, während Banken und Sparkassen fast schon verzweifeln. Das gefällt den Banken gar nicht.

 

Minuszinsen als Alarmsignal

Bankgeschäfte basieren auf Vertrauen, bei dem beide Partner immer den Zins im Auge haben. Das Schätzen dieser Gemeinsamkeit hat die Postbank zur größten Privatkundenbank des Landes werden lassen. Aber diese Eintracht sieht die Postbank durch die Niedrigzinspolitik auf eine schwierige Probe gestellt. 14 Millionen Bankkunden stehen Veränderungen ins Haus.

Die Welt schreibt in ihrem Wirtschaftsblog vom 17.04.2016, dass die Postbank in persona ihres Vorstandsvorsitzenden Frank Strauß erwägt, das bisher kostenfreie Girokonto bis 2017 kostenpflichtig zu machen. “Veränderungen im Umfeld sowie die unnachgiebige Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) drängen zu raschem Handel”, so das Credo des Bonner Unternehmenschefs. “Im Übrigen”, fährt der Finanzchef fort, “müsse die gesamte Industrie infolge des Niedrigzinsniveaus neue Kontomodelle erarbeiten und anbieten.” Einen Anspruch auf ein kostenloses Girokonto gäbe es für ihn nicht. Er verstehe eine Bankdienstleistung – wie ein Konto zur Verfügung zu stellen – als eine Art “Versorgung”, ähnlich einer Stromversorgung, für die der Kunde respektive Abnehmer auch bezahlen müsse. Ein bilanzorientiertes Unternehmen wie die Postbank müsse die gravierenden Folgen der derzeitigen Finanzpolitik strategisch und frühzeitig beantworten. Die Zeiten, in denen die Banken die Geldeinlagen der Kunden verzinslich anlegen, und das Girokonto quersubventionieren konnten, sind faktisch vorbei.

 

Ein “verschlanktes” Angebot als Option

“Man kann sich nur so weit strecken, wie man sich decken kann”.
Auch dieser Satz aus dem Volksmund bringt die derzeitige Lage aller Geldinstitute respektive auch der Postbank auf den Punkt. Dennoch fasst die Postbank die Möglichkeit eines “verschlankten” Kontos ins Auge, das entsprechend der Kostenstruktur nur ganz bestimmte Dienstleistungen anbietet. Im Segment des Geldabhebens an Automaten will die Postbank an ihrem kostenfreien Status Quo festhalten. Es zählt für die Postbank zu den wesentlichen Dienstleistungen eines Girokontos. Eine Bargeldversorgung zu bepreisen wird in keinem Fall erwogen. Darüber hinaus wird aber alles einer gewissenhaften Prüfung unterzogen werden müssen. Und zwar auch im Sinne eines zufriedenen Bankkunden.

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